Das Problem mit Willy Wimmer: schon wieder eine unbegründete Hoffnung gutgläubiger Menschen

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Wirklich erfreulich, was alles und wie viel er sagt – und das mit diesem schönen, konservativ-christlichen Hintergrund, Bundestags- und Regierungserfahrung, vielfältigen Verbindungen! Ich kann das fast grundsätzlich unterschreiben!

Das Problem entsteht mit den Dingen, die er NICHT sagt. So schrieb ich ihm am 3.10.2015 als Antwort in einem Mail-Austausch:

„… Gerne wüsste ich, wo Sie politisch stehen. Zum 3. Oktober habe ich mich, in ähnlicher Länge wie Sie auch bei Compact, geäußert. Wenn Sie es über sich brächten, dies zu überfliegen, fiele die gegenseitige Standortbestimmung leicht(er). Aber selbstverständlich gibt es ja auch die Möglichkeit, dass Sie sich gar nicht äußern wollen. …“

Die Antwort kam gleichtägig, fünf Stunden später – und fiel eindeutig aus:

„… beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, daß es einen Grund für eine derartige Mail gibt. Für die Zukunft bitte ich Sie, davon Abstand zu nehmen. …“

Hätte ich ihm einen unsittlichen Antrag gemacht, diese Antwort wäre verständlich und angemessen – aber so…?

Daraufhin habe ich mich entschlossen, dieses Thema der unvollständigen Sicht auf die Hintergründe unserer Probleme mit Namensnennung anzusprechen: in meiner AZK-Rede vom 28. November 2015. Wirkungslos. Keine Antwort, keine Änderung. Da zieht jemand sein Programm durch, das so, wie die Dinge jetzt liegen, nichts bringen wird. In unserer Systemopposition gibt es diese Hochachtung vor Menschen, die im System groß geworden sind – und sich dann von ihrer bisherigen Tätigkeit abgewendet haben. Nicht so Wimmer: Er ging ganz regulär in Ruhestand.

Stand der politischen Analyse und zentraler Gegenstand von Programm und Satzung der Deutschen Mitte ist unser verheerend korruptes Finanz- und Geldsystem. Die weltweit einhellige Meinung ist, dass, unter Führung des globalen Finanzkartells, die Welt von den Drahtziehern der globalen Konzernkartelle gelenkt wird, nicht etwa von Politikern – auch und gerade nicht von US-Präsident Obama.

Wenn nun jemand schöne Reden hält, gute und richtige Dinge sagt und damit Hoffnungen in den Menschen weckt, OHNE seine eigene Position zu diesen Zuständen zu erläutern – geschweige denn, wie er diese fatale Lage überwinden will, so ist dies bestenfalls unglaubwürdig oder unseriös. Keinesfalls ist eine solche Persönlichkeit geeignet, die notwendigen Dinge tatsächlich zu tun. Wenn das Auto, das man bewegen möchte, einen platten Reifen hat – oder einen Motorschaden, bringt es wenig, vorschriftsmäßiges Autofahren zu fordern. Das kann das Fahrerlebnis nicht verbessern, das wird nicht helfen, das Ziel zu erreichen.

Kurz: Was Willy Wimmer macht, ist eine Riesenhilfe. Problem: Wir kommen damit nicht aus dem Dreck. Er analysiert und kritisiert – aber er sagt nicht, wie wir aus dem Loch kommen. DAFÜR IST ES JETZT ZU SPÄT! Jetzt benötigen wir klare Wege, die alle Probleme offen ansteuern und vernünftige, gemeinsame ruhige und abgesicherte Lösungen ermöglichen.

Ich werde andere politische Vorschläge nicht unterhalb meiner eigenen Lageanalyse beurteilen. Ein Wimmer kann nichts von dem umsetzen, was er sich – wie auch immer sympathischerweise – wünscht, vielleicht mit vielen anderen gemeinsam. Denn er argumentiert und streitet am Symptom. Wer die Probleme nicht oder nur unvollständig benennt, ist ein Teil davon. Lösungen kommen nur dann überhaupt in geistige und erst danach in politische Reichweite, wenn sie auf der gesamten Breite und Tiefe der Lageanalyse fußen und alle Probleme einigermaßen korrekt adressieren. Das bedeutet ganz konkret: Außen- und Verteidigungspolitik müssen eine ethisch ausgerichtete Wirtschaft- und Finanzpolitik absichern, damit endlich Frieden und Wohlstand wachsen, statt Weltherrschaft, Armut und Unsicherheit. Darunter geht’s nicht, wir werden sonst immer wieder missbraucht.

Geht es hier um politische Konkurrenz? Um Alpha-Tierchen-Probleme? Aus meiner Sicht nicht. Ich habe kein Problem damit, einer guten Sache bedingungslos zu dienen, auch ohne Lohn und unter Lebensgefahr, das habe ich in meinem Leben bewiesen. Wer jedoch nichts solide Weiterführendes vorzuweisen hat, bekommt mein Vertrauen nicht. Und ich gönne allen, die ich hier im Laufe und im Zuge meiner politischen Arbeit persönlich kritisiere, Glück, Wohlstand und jeden Erfolg, den sie sich wünschen.

Die Geschichte wird urteilen.