Rolle der baltischen Staaten im eurasischen Raum – Christoph Hörstel 2022-1-16

baltischen

Sonntag, 16. Januar 2022

Auf Einladung der Parteiführung der lettischen Oppositionspartei Ricibas, die eine größere Internetdebatte mit mehreren Teilnehmern zu den angeschnittenen Themen und Fragen plant. Meine Teilnahme stellt keine Unterstützung oder Akzeptanz irgendwelcher anderen Gedanken und Ziele dar – außer denen der Partei DIE NEUE MITTE – und natürlich meinen eigenen.

Volltext: https://tinyurl.com/45k6f69p

Bitchute: https://www.bitchute.com/video/a1pS2LFbOIt5/

 

Für diese freundliche Gelegenheit, zum Komplex Baltische Staaten in geopolitischen und Wirtschaftsbeziehungen des eurasischen Großraums Stellung nehmen zu können, bedanke ich mich bei Veranstaltern und Mitarbeitern.

Sie werden feststellen, dass ich eine sehr offene Sprache spreche – und auch vor unangenehmen Tatsachen nicht zurückschrecke.

Menschen, die bestimmte Dinge ganz anders sehen, bitte ich daher um ein paar Minuten Geduld.

Die anderen aber, die so denken wie ich, bitte ich um Mitwirkung und Unterstützung, denn wir steuern in Europa auf einen großen Krieg zu, den wir Europäer alle gemeinsam nur verlieren können.

Und ich habe nicht in Afghanistan im vergangenen und in diesem Jahrhundert mein Leben riskiert, um tatenlos zuzusehen.

Ich will eine gewaltige und ehrliche Veränderung im Sinne aller Menschen, die diesen Namen auch wirklich verdient – und ich will, dass sie SOFORT beginnt. Das wird zur dritten Frage der EU-Russland-Beziehungen zur Sprache kommen. Dazu äußere ich mich dann ganz am Schluss mit sehr genauen Angaben.

 

  1. Historischer Kontext: konstruktive Erfahrungen mit Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Nachbarländern.

Estland:

Industrie (20,8 %)

68 % der Ausfuhren Estlands gehen in EU-Länder (Finnland 16 %, Schweden 11 % und Lettland 10 %); unter den Nicht-EU-Ländern sind die USA und Russland mit je 6 % der Ausfuhren die wichtigsten Handelspartner.

Die Einfuhren stammen zu 77 % aus den EU-Mitgliedstaaten (Finnland 13 %, Deutschland 10 % und Litauen 9 %). Von außerhalb der EU kommen 9 % der Einfuhren aus Russland und 4 % aus China.

 

Lettland:

Industrie (16,1 %)

67 % der Ausfuhren Lettlands gehen in EU-Länder (Litauen 15 %, Estland 11 %, Deutschland und Schweden je 7 %); unter den Nicht-EU-Ländern sind Russland (14 % der Ausfuhren) und die USA (4 %) die wichtigsten Handelspartner.

Die Einfuhren stammen zu 75 % aus den EU-Mitgliedstaaten (Litauen 17 %, Deutschland 11 % und Polen 9 %). Von außerhalb der EU kommen 8 % der Einfuhren aus Russland und 4 % aus Kanada.

 

Litauen:

Industrie (21,9 %)

59 % der Ausfuhren Litauens gehen in EU-Länder (Lettland 10 %, Polen 8 %, Deutschland 7 %); unter den Nicht-EU-Ländern sind Russland (14 % der Ausfuhren) und die USA (5 %) die wichtigsten Handelspartner.

Die Einfuhren stammen zu 69 % aus den EU-Mitgliedstaaten (Deutschland 12 %, Polen 11 % und Lettland 7 %). Von außerhalb der EU kommen 15 % der Einfuhren aus Russland und 3 % aus China.

 

 

  1. Baltische Staaten als mögliche Transport- und Logistikdrehscheibe zwischen Europa und Asien: Möglichkeiten für die Entwicklung der logistischen Infrastruktur und den Handel.

Um zur Drehscheibe zu werden, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, die heute nicht gegeben sind. Kernfrage: Stärken-Schwächen-Analyse:

Was kann/muss das Baltikum den künftigen Partnern bieten, um attraktiver zu sein als die Konkurrenz?

  • Dazu gehören große Investitionen in Bildung und Wirtschaft.

Alle Schüler müssen mindestens zwei wichtige Fremdsprachen lernen, je eine aus Ost und West

besser wären drei

  • Die gesamte staatliche Organisation muss in allen Bereichen effizienter und moderner werden, Korruption stark bekämpft: größtes Hindernis in allen Entwicklungen ist stets fehlende Rechtssicherheit.
  • Nach einer im Baltikum und nach den führenden EU-Mächten abgestimmten Stärke-Schwäche-Analyse sind koordinierte Kernkompetenzfelder in Wirtschaft und Handel zu erarbeiten, komplett mit dem Aufbau eines stark international ausgerichteten Fachmesse-Wesens.

Das ist eine Wissenschaft, die gewaltigen Fleiß, Organisationstalent, Stetigkeit und Durchsetzungsvermögen erfordert.

  • Zusammenarbeit von Immobilienmanagement, Handwerk für Messebauten, Außen- und Handelspolitik, Verkehrsinfrastruktur etc. sind in Task Forces zu etablieren.
  • Über einen Zusammenschluss/Bund der baltischen Staaten zur Bewältigung dieser Aufgaben ist nachzudenken. Diversität, tiefe Verwurzelung in der eigenen Geschichte und Kultur kann eine Stärke werden!
  • Deutschland ist Messestandort von Weltgeltung, hier sollte frühzeitig eine strategische Zusammenarbeit einsetzen.

Mit derartigen strategischen Aufstellungen in sehr schwierigem politischem Umfeld konnte ich 2002 gute Erfahrungen in Afghanistan sammeln: Im Auftrag der Gouverneursfamilie habe ich die strategische Gesamtaufstellung der Provinz Nangarhar vorgenommen, damit bei den Geldgebern in Kabul binnen Tagen 18 Millionen US$ Sonderförderung erwirkt – und Gouverneur Haji Din Mohammad wurde kurz darauf Gouverneur von Kabul – und blieb dies ein Jahrzehnt lang.

Damit konnte Blutrache vermieden werden, denn der Bruder des Gouverneurs war Haji Qadeer, mächtiger Vizepräsident Afghanistans unter Karzai – und vermutlich im Auftrag, zumindest jedoch mit Billigung, der CIA ermordet worden, weil er zu mächtig und zu eigensinnig war.

Blutrache hätte Karzai das Leben gekostet – und den ganzen westlichen Einsatz in Afghanistan gleich zu Anfang schwer behindert.

 

  1. «Pufferzonen»-Themen: Ist gute Nachbarschaft für die EU und Russland möglich?

Ja, unter Bedingungen – und das Baltikum ist bestens positioniert, um dabei eine gute und konstruktive Rolle zu spielen, wenn die Bedingungen eingehalten werden.

  1. Die EU muss lernen, sich gegen aggressive Ausdehnungswünsche westlichen Einflusses in Russlands Nachbarschaft zu wehren.
    1. Das wird nicht leicht, denn die neue Bundesregierung ist so schwach, dass sie dazu nicht imstande scheint, die Mehrheit ihrer Mitglieder ist so übel positioniert, dass sie weder charakterlich noch intellektuell noch fachlich in der Lage scheint.
    2. Die bundesdeutsche Bevölkerung würde gern den Regierungen in Bund und Ländern den Marsch blasen, sieht dafür jedoch keine Chance. – Hier kommt unsere Arbeit ins Spiel. Wir könnten das, mehr dazu in der Schlussbemerkung.
  2. Wenn die EU das nun wieder nicht schafft, Washington in den Arm zu fallen, wie schon zuvor in Afghanistan und Irak – und Washington weiterhin Ignoranz, Arroganz und vermeintliche, tatsächlich aber nicht vorhandene Stärke zu einem Dreiklang der Hölle kombiniert, wird es eine fürchterliche Lektion geben, die Europa für lange Zeit das Licht ausblasen könnte – und den USA ebenfalls.

Da könnten jetzt Zweifel aufkommen – aber ich habe in Sachen Afghanistan und Iran/Irak schon Recht behalten, von Anfang an – da sollten sich ALLE, die jetzt loslegen und mir widersprechen wollen, ganz ruhig wieder hinsetzen, Sie waren ALLE auf der falschen Seite. Ich kann da gerne nachlegen. Die meisten von Ihnen wissen gar nicht, dass die CIA mithalf bei den Anfängen des iranischen Atomprogramms, sehr massiv sogar. Mit krimineller, hinterhältiger Absicht. „Deception“ der Guardian-Autoren Scott-Clark und Levy.

  1. Also positiv denken: Wir schaffen Entspannung in Europa und verbessern unsere Russland-Beziehungen ein wenig.

Dann könnten die besonderen Eigenschaften der baltischen Staaten, die jetzt vielfach noch als Problem und Altlast empfunden werden, plötzlich positiv wirken und zu innerer und äußerer Harmonisierung beitragen. Zugegeben, die eine oder andere liebgewordene antirussische Gewohnheit müsste dann ein wenig pausieren, das wird pro-amerikanischen Aktivisten evtl. nicht besonders gefallen.

Aber ein bisschen Einsatz braucht’s schon, wenn wir den dritten Weltkrieg vermeiden wollen. Sonst gibt’s hinterher vielleicht niemanden mehr für die traurigen Sonntagsreden, dass man ja nun vernünftig ist und gut auf den Frieden aufpassen will…

  1. Die besonderen Stärken des Baltikums – erinnern wir uns an die ersten beiden Fragen und meine Antworten dazu:
  • West-östliche Balance der wirtschaftlichen Verflechtungen, Handel
  • alte und neue Traditionen, teils wiederbelebungsbedürftig
  • ethnische Verbundenheiten – teils reparaturbedürftig
  1. Eine Idee für die Zukunft: Als Deutschland den besten Außenpolitiker in Europa hatte, Fürst Bismarck in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, schloss der 1887 den berüchtigten Rückversicherungsvertrag mit Russland ab, den ich wieder einrichten werde, wenn wir die Chance dazu bekommen.

Nicht nur nebenbei bemerkt: Weltweit sind sich Vertragsrechtler und Diplomatieexperten einig, dass solche Verträge neben allen anderen Verträgen abgeschlossen werden dürfen – also auch neben EU und Nato.

Also einfach einmal darüber nachdenken: Frieden in Europa und in der Welt sowie langfristiges Wohlergehen Ihres Landes sind diese Gedanken ganz sicher wert. Oder?

 

Schlussbemerkung

Für die Gelegenheit, hier zu Ihnen zu sprechen, danke ich herzlich. Zur angekündigten umfassenden und ehrlichen Veränderung lassen Sie mich bitte dies hinzufügen.

Es geht um eine neue Ära der Freundschaft mit Russland, die die USA seit mehr als 100 Jahren zu verhindern such, wie der Gründer, Eigentümer und Chef des Privatgeheimdienstes Stratfor, der gebürtige Ungar George Friedman, in seiner Rede 2015 in Chicago erklärte.

Und natürlich wollen wir unbedingt die Freundschaft mit dem amerikanischen Volk behalten, wie auch mit den Völkern aller übrigen Nato-Freunde und -Partner.

Und es geht allerdings um Freiheit von globaler Fremdbestimmung, um die langsame, schrittweise, vorsichtige und gemeinschaftliche Befreiung aus einem völlig überdrehten Finanz- und Geldsystem, das uns alle zu verschlingen droht – und uns in einen Krieg verwickeln möchte, den wir zugunsten unserer Kinder verhindern MÜSSEN, wir haben da gar keine Wahl.

Meine Kontaktdaten, bitte nur für ernsthafte Bewerber, sind den Veranstaltern bekannt.

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