Über den Umgang eines Volkes mit seinen (adligen) Familien

Adel

Ausgehend von einer Interview-Anfrage des russischen staatlichen Senders NTV zu Vermögensansprüchen und -rückforderungen adliger Familien in Deutschland sei hier als spontaner Denkanstoß – auch für die innerparteiliche Programmdebatte – grundlegend erklärt:

Der Umgang deutscher Regierungen mit seinen adligen Familien ist vielfach bedauerlich schlecht – gleichzeitig haben sich einzelne Mitglieder adliger Familien unverantwortlich verhalten, insbesondere auch im Titelhandel. Die Kräfte und Leistungen dieser Familien sind nicht nur Teil unserer Geschichte, sie sollen auch Teil unserer Gegenwart und Zukunft sein – gerade in heutigen Umständen ist dies wichtig. Deutschland braucht ein neues Adelsrecht: nicht um Privilegien zu begründen oder zu erhalten, sondern um Gemeinsamkeit und Gemeinschaft des deutschen Volkes mit seinen herausragenden Familien auf gesunde freiheitliche und gerechte Grundlagen zu stellen – im gemeinsamen Interesse aller, erweiterter Denkmalschutz eingeschlossen.

Die deutsche Politik schützt heute alle Familien schlecht, nicht nur die adligen. Die Institution der Familie wird grundsätzlich missachtet, das Volk vielfach geschädigt, auch durch Hochverratspolitik unter anderem in Finanz- und Geldsystem sowie schädlicher Massenzuwanderung – um nur weniges zu nennen.

1. Vermögen

Enteignungen in der ehemaligen DDR begründen kein Recht, das es dem deutschen Staat ermöglichen könnte oder sollte, den enteigneten Familien ihr Eigentum weiterhin vorzuenthalten. Eigentum verpflichtet, sagt unsere Verfassung, also dürfen Rückerstattungen nicht zu einem Ausverkauf von Erinnerungs- und anderen Vermögensgütern führen. Adlige Familien als Eigentümer oder Anspruchsteller müssen sich bei einer Änderung der diesbezüglichen Regelungen verpflichten, Tradition und Erhalt der Güter vorrangig zu fördern. Dabei allerdings muss ihre Vermögenslage mit beachtet werden. Der deutsche Staat soll bei Restitutionen ein privilegiertes Vorkaufsrecht zu vernünftigen Preisen unterhalb des Marktniveaus erhalten, wiederum verbunden mit Pflichten für Erhaltung und öffentlichen Zugang, unverhandelbar und unwiderruflich. Nachhaltige historische und gegenwärtige Leistungen der  Familien für die deutsche Nation sollen bei allen Regelungen angemessen beachtetet werden. Diese Dinge müssen öffentlich geregelt werden.

2. Gemeinschaft im deutschen Volk

Der deutsche Staat muss sein Interesse wieder neu beleben und entwickeln an Grundlagen, Werdegang und Leistungskraft seiner Familien: zunächst einmal aller Familien, darüber hinaus jedoch insbesondere an Familien mit herausragenden Beiträgen zu unserer deutschen Nation und ihren Traditionen, die Bestandteil unserer gemeinsamen nationalen Geschichte sind. Insbesondere ethische Gesichtspunkte müssen hier besonderes Gewicht erhalten: stets nachhaltig, sozial förderlich nach innen, freundschaftlich verbindend nach außen, bei vorbildlicher Lebensführung.

3. Für eine überfällige gesellschaftliche und politische Debatte

Ein Volk, das seine eigenen besonderen Kräfte und Leistungen nicht respektiert, verdient auch selbst keinen Respekt und ist damit spätestens langfristig dem Untergang geweiht. Auch aus dem Ausland wird beobachtet, wie ein Volk seine Werte behandelt, dadurch wird ein guter Umgang mit diesen Werten, geistigen wie auch materiellen, Teil der nationalen Sicherheit.

Abschließende persönliche Anmerkung

Ich selbst stamme aus der Freien Hansestadt Bremen, die in der Vergangenheit über lange Zeiten hin allen Adligen abverlangte, ihre Titel und Privilegien vor Betreten der Stadt außerhalb ihrer Mauern endgültig abzulegen. Diese hervorragende Tradition ehre und achte ich selbstverständlich. Als Bundespolitiker jedoch muss ich im Rahmen ganz Deutschlands denken und handeln – in Tradition und Werten in ihrer Bedeutung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Deutschlands.

NTV-Beitrag – meine Aussage am Schluss: https://www.ntv.ru/video/1763767/?from=newspage