Kampf gegen die Bundespolitik: „Pegida“ antwortet nicht – lädt jedoch Religionshetzer zu Gastreden

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Der unten angefügte Text stammt aus meiner Mail vom 2. Dezember 2015, 17:44 Uhr. Anschließend bekam ich Hinweise, denen zufolge Pegida Gelder vom Verfassungsschutz bezieht. Dem gehe ich nach – und mache die Ergebnisse öffentlich. Am 7. Dezember lud Pegida Filip Dewinter vom belgischen Vlaams Belang als Gastredner ein, der übte sich in anti-islamischen Hetzreden. In meiner Dresdner Demo-Rede vom 13. d. M. habe ich dann angekündigt, mein Schreiben zu veröffentlichen, sollte ich keine Antwort auf meine Mail vom 2. d. M. erhalten. 

 

Sehr geehrter Herr Bachmann,

seit einiger Zeit denke ich daran, Ihnen zu schreiben, vor genau drei Wochen habe ich das meinem Publikum in Höckendorf/Sachsen öffentlich versprochen.

Es geht darum, dass möglichst viele Deutsche zusammenstehen sollten, um die von allen guten Geistern verlassene Bundesregierung an weiterer Ausübung ihrer multikriminellen Kriegs- und Hochverratspolitik so gut wie möglich zu hindern.
Das Ziel muss nach unserer Meinung sein, in Berlin eine Art (selbstverständlich friedlichen! – wegen dieser Möglichkeit eines Missverständnisses verwende ich diesen Begriff inzwischen nicht mehr – Anm. v. 23.12.) „Maidan“ zu errichten: Menschen kommen, demonstrieren – und gehen nicht mehr weg, wie das die gute Viertelmillion am 10. Oktober d. J. gegen TTIP noch getan hat – und die Bundesregierung ging gleich und ohne auch nur das geringste Nachdenken wieder zur Tagesordnung über.Mit PEGIDA hatten und haben wir das gelegentliche Problem latenter Fremdenfeindlichkeit und den gegen den Islam gerichteten Namen. Menschen wollen berechtigtermaßen nicht überfallartig und in Millionenzahlen überfremdet werden – das ist das Problem, nicht der islamische Glaube der jetzigen Zuwandererer. Uns ist klar, dass „System-Medien“ das MPK, sich über den Namen der Organisation und gelegentliche inhaltliche Entgleisungen bei PEGIDA regelrecht freuen, gern und intensiv „berichten“ – was Ihnen Aufmerksamkeit und Zulauf beschert. Wir haben dies alles von Anfang an öffentlich kritisiert – jedoch das 19-Punkte-Papier, ebenso öffentlich, klar unterstützt.
http://christoph-hörstel.de/pegida-muslime-systemkrise-symptomatische-politische-verwirrungen/
http://christoph-hörstel.de/pegida-afd-bundesregierung-und-medienmafia-gehen-auf-nummer-sicher/

Ich möchte hier keine Diskussion eröffnen, nur unseren Standpunkt verdeutlichen. Ich kann unter dem Namen PEGIDA nicht sprechen, mit evtl. Fremdenfeindlichkeit anderer Redner müssen wir ebenso leben wie die Opfer – doch wissen wir, uns abzugrenzen und andere Positionen zu beziehen.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass PEGIDA zur Systemopposition zählt – und zum Berliner „Maidan“ grundsätzlich dazugehört, wenn friedliches und rechtmäßiges Vorgehen dort akzeptiert wird.

Uns interessiert die Bereitschaft von PEGIDA, sich an einer zeitlich ausgedehnten Protestaktion im Berliner Stadtzentrum zu beteiligen. Wir behandeln dieses Schreiben vertraulich – und begrüßen es, wenn Sie das ebenfalls so handhaben.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph R. Hörstel
Bundesvorsitzender Deutsche Mitte

Foto: © Jürgen Elsässer