JEMEN-Hilfe: Warum die großen Medien schweigen

Der Iran sendet mitten während der entscheidenden 5+1-Gespräche eine Hilfslieferung in den Jemen, gegen den erklärten Willen der USA und deren regionalem Vasallen Saudi-Arabien. Auch der Ankunftshafen des Schiffes „Iranischer Augenzeuge“ trifft nicht den Geschmack beider Länder. Statt Hodaide wollen sie Djibouti, statt einer Verteilung der Güter durch Ansarullah wollen sie die UN einsetzen, die durch ihre implizite Parteinahme für die Aggressoren im Jemen ihre Glaubwürdigkeit vorerst weitgehend eingebüßt haben.
Die wichtigsten Hürden für einen Sieg der Saudis an der Spitze ihrer zurückhaltenden „Koalition“ sind diese: 1. Im Jemens sind die Saudis durch ihre aggressive und unterdrückerische Politik der letzten Jahrzehnte nicht beliebt. 2. Im Parlament hat die Partei des früheren Präsidenten Al-Saleh immer noch die klare Mehrheit, der jedoch hat sich auf die Seite der Houthi-geführten Opposition geschlagen – und war bisher wider westliche Hoffnungen von dort nicht wegzulocken. 3. Der Grund für die Saleh-Entscheidung ist darin zu sehen, dass er seine Hoffnungen auf eine klare Mehrheit der Jemenis setzt, im Gegensatz zum verjagten Präsidenten Al-Hadi, der sich hauptsächlich auf die Macht der US-gestützten Saudis verlassen kann, klares Anzeichen jämmerlicher politischer Hilflosigkeit.
Die USA sind jedoch durch das hemmungslos zerstörerische Vorgehen auch der CIA völlig diskreditiert, hinzu kommt die äußerst negative Wahrnehmung der globalen US-Politik im Allgemeinen – und der Politik im Kontakt mit islamischen Ländern im besonderen, vor allem natürlich auch: Palästina. Das zionistische Pfund hängt schwer am Hals der Hypermacht – und nur Washington selbst kann es abhängen.
Es ist die Glaubwürdigkeit der jemenitischen Jugendbewegung, gegen die Al-Hadi keine Chance hat, gegen eine islamische Bewegung traditionellen Stils, mit großem sozialem Engagement bei gleichzeitig relativ geringer Korruption – für die leidgeprüften Jemenis eine gewaltige Erleichterung und Freude: daher die Opferbereitschaft der Houthi-Milizen und der Einfluss in der Armee, die sich in weiten Teilen gegen Präsident Al-Hadi gestellt hat.
Kurz: Saudi-Arabien kann im Jemen nur zerstören, für irgendeinen Aufbau reicht weder die moralische noch die politische Kraft, von einer Bodenoffensive gar nicht zu reden: Ein solches Abenteuer könnte die Herrschaft der Sauds ruinieren.
Was können unsere gebeutelten Lügenmedien in einer solch verfahrenen Lage tun? Nur noch die Klappe halten. Derartige Konstellationen sind derzeit auf dem Vormarsch…