JEMEN – Auf dem Weg zum Showdown

Auf dem Weg zum Showdown – werden die Saudis die “Iran Shahed” blockieren?
Nach „unbestätigten Berichten“, zu deutsch: Gerüchten, die nicht besonders glaubwürdig erscheinen, dass die Saudis UNICEF oder UN-Hilfsschiffe für Jemen bombardiert hätten, wird heute über ein UNICEF-Schiff gesprochen, das die Saudis daran gehindert haben, den Hafen Hodeide anzulaufen.
Das würde allerdings restlos klarstellen, dass es den Saudis eben nicht darum geht, mögliche, wahrscheinliche oder tatsächliche Waffenlieferungen zu verhindern, sondern jede mögliche Hilfe für die gepeinigten Jemenis zu stoppen; genau die Jemenis, die Riad so fleißig bemüht ist, zahlenmäßig zu verringern – oder zumindest in den Gehorsam zu bomben – ganz im Stil ihrer zionistisch-amerikanischen Herren. Dieser Ausdruck geht mir etwas schwer von der Feder – aber die nicht nur von mir mehrfach beklagte US-Politik, möglichst dafür zu sorgen, dass Muslime sich gegenseitig in möglichst großen Zahlen umbringen, liegt derart wenig im ureigensten Interesse des amerikanischen Volkes, dass als Motivation für diese fürchterlichen Serienverbrechen nur ein wildgewordener Zionismus in Frage kommt.
Das wiederum wirf einen weiteren Gesichtspunkt auf: Wie die saudische Politik den Iran voranbringt – und zwar derart erfolgreich, dass es nicht unangemessen erscheint, Teheran, das außenpolitisch wahrlich kaum eines Ratschlags bedarf, einen herzlichen Dankesbrief an Riad anzuempfehlen. Denn die derzeitige saudische Politik treibt tatsächlich die arabischen Jemenis in die Arme der persischen Iraner, kostenlos und mit sofortiger Wirkung – wo Teheran sonst viel Zeit und Geld hätte investieren müssen.
Noch schlimmer für die Saudis: In den nächsten 50 Jahren wird auf diesem blutigen Boden keine gute Beziehung zum südlichen Nachbarn gedeihen können. Wenn man nun bedenkt, das sich dies mit Libyen, Syrien, Libanon und Bahrain kaum anders verhält, dann wächst die Gewissheit, dass es wenig Sinn macht, zum Wohlgefallen einer einzelnen sehr weit entfernten nicht-islamischen und anti-islamischen, prozionistischen Hypermacht eine wachsende Zahl seiner Nachbarn zu vergraulen.
Zählt man die Grenzscharmützel mit Katar, vernachlässigte Palästinenser und entfremdete Kuwaitis hinzu, die ja im Kampf mit Saddam als Spielball dienen mussten, dann erscheint die wachsende Liste nicht eben hilfreich bei dem Versuch, der saudischen Herrschaft eine glückliche Zukunft zu verheißen.
Sollte der iranischen Außenpolitik angesichts dieser Tatsachen eine Strategie fehlen, dann könnte es diese sein: Einfach nur dasitzen und wenig tun, außer, die zahlenmäßig anwachsenden Opfer saudischer Korruption freundlich zu behandeln.
Das Schicksal der Hilfsmission der „Iran Shahed“ mag ungewiss sein – aber dass im Staate Saudi-Arabien etwas faul ist, das ist absolut gewiss. Und wenn jüngst der Oberste Revolutionsführer im Iran, Ajatollah Ali Khamenei, bemerkte, die junge saudische Führung sei politisch unerfahren, dann macht das die Prognosen nicht erfeulicher.