Euro als Abzocker-Modell des Finanzkartells: nie als funktionierende Währung geplant!*

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Zwanzig Milliarden US-Dollar Boni wurden jetzt an der Wallstreet für die fleißigen Finanzhaie ausgespuckt – als hätte es den Lehman-Crash 2008 nie gegeben. Inzwischen zeigt sich, dass die Euro-Völker an dieser Wahnwitz-Währung verarmen, obwohl Island ein wunderbares Gegenmodell bietet, wie Staaten aus scheinbar aussichtslosen Verschuldungslagen wieder herauskommen können – wenn sie nur wollen. Und die in furchtbaren, schwindelerregenden Höhen zu Bürgschaften und Zahlungen verdonnerten Euro-Regierungen haben nicht einmal die kleinsten, allereinfachsten Maßnahmen ergriffen, um ihren gepeinigten Steuerzahlern zumindest zu sagen, wem ihre Milliarden zugute kommen. ‚Verarmen für das Betriebsgeheimnis’ lautet die fröhliche Maxime, die unsere Regierungen uns kalt lächelnd (Wolfgang Schäuble!) zumuten wollen. Ausgerechnet in diesen Tagen hat Brüssel die erste Bank (Holland: Bank SNS) ohne jede Entschädigung an private Anleger pleite gehen lassen.

Der prominenteste und fundierteste Euro-Kritiker, der hervorragende Professor Wilhelm Hankel, wird hierzulande immer noch zu oft verlacht und von den Mainstream-Medien knallhart kurzgehalten. Die wenigsten wissen, dass unser Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ihn regelmäßig ins Ausland verschickt, um dort Zentralbanken zu beraten. Hier untergebuttert, dort offizieller deutscher Vorzeige-Berater – hoch interessant.

Prägend war für mich ein sehr frühes Erlebnis, das ich jahrelang nicht einordnen konnte, weswegen es mich immer verfolgt hat: Als ich 2001 auf dem Weg zu den Taliban war, als einziger westlicher Journalist nach 9/11 mit einem Taliban-Visum, fand ich mich als Gast einer Runde von hochkarätigen Armee-Generälen und Geheimdienstlern des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI wieder. Das Gespräch der Gruppe drehte sich um Afghanistan und den angerollten US-Angriff – bis plötzlich einer der reich mit Gold geschmückten Herren mich fragte: „Und was halten Sie vom Euro?“ Gott, war ich naiv: „Ist doch toll, dass ich nicht mehr mit drei, vier Währungen ’rumlaufen muss, nur weil ich mit dem Motorrad nach Spanien will. Und vom erleichterten Warenaustausch werden alle nur profitieren“, strahlte ich. Plötzlich merkte ich, dass fast alle mir zuhörten – und ein sehr unangenehmes, sehr dünnes Lächeln hatten, sich aus den Augenwinkeln wissend anblinzelten. Mir wurde etwas schwach in den Knien, weil ich körperlich spüren konnte, dass das Wort ‚Idiot’ in der Luft lag – und mein verzweifeltes Hirn mir nicht sagen konnte, was zum Teufel die Herren wussten, was ich nicht wusste – und das auch noch ausgerechnet in Pakistan… Das Problem war schon damals, dass ich wusste, dass diese Pakistanis vermutlich die bestinformierten und mit mehr als allen Wassern gewaschenen Männer waren, die es zu diesem Zeitpunkt auf Gottes Erdboden gab. Mir dämmerte, dass ich soeben mit Pauken und Trompeten durch- und als uninteressantes Unschuldslamm aufgefallen war.
Damals hatte ich immerhin schon 15 Jahre Erfahrung in und mit der Region hinter mir, einschließlich Regierungsberatung. Also tat ich das, was ich jahrelang geübt hatte: Ich steckte dieses Erlebnis in die tiefen und geduldigen Taschen meines Gedächtnisses, zur späteren Verwendung.
Heute ist der Tag gekommen, ausgelöst durch den arte-Beitrag des preisgekrönten ‚Tagesspiegel’-Journalisten Harald Schumann. Denn sein Beitrag lässt entscheidende Zusammenhänge unbeachtet: Wir, die dumm gehaltenen Zuschauer, hätten gern gewusst, wer genau dieses Schneeballsystem wie organisiert hat – und warum. Nicht, dass wir das nicht schon ahnen, mit guten Indizien belegt – doch etwas mehr harte Tatsachen hätten jetzt tatsächlich weitergebracht.
Wir haben doch gnadenlose Indizien: Die finanzpolitischen Kritikpunkte am Euro, die niemand schöner zusammenfasst als Hankel, sind doch so klar und einfach, dass unsere Politiker schon sämtlich Demenz-Patienten sein müssten, wenn sie da rein gar nichts geahnt hätten:
Unterschiedliche Wirtschafts-, Steuer- und Finanzsysteme lassen sich nicht einfach durch eine künstlich verfrühte Gemeinschaftswährung zusammenpressen. Vielmehr ist der solide Weg der, dass die Länder ihre inneren Verhältnisse und politischen Ausrichtungen derart konvergieren, dass sie auch leicht zu einem einzigen Land verschmelzbar wären: Dann wäre die gemeinsame Währung der krönende, finale Schritt. So aber überwiegt die Kraft der Gegenargumente: Die finanziell und systematisch schwächeren Euroländer müssten notwendigerweise unter Druck geraten – und stellten dann ein riesiges Risiko für die solideren dar. Die solideren Länder bringen sich in das Risiko, dann einspringen zu müssen.
Und manche Länder, vor allem Griechenland und Italien, erschienen bei Eintritt in die Euro-Gruppe schon so unsolide, dass eine Mitwirkung nicht geraten erschien. Dass der Euro-Beitritt praktisch irreversibel ist, weil ungeregelt, erinnert schon an das Bild eines Sportwagens ohne Bremsen, weist auf einen gewissen Kamikaze-Charakter der ganzen Konstruktion hin.
Das Euro-Argument, nur größere Einheiten seien international überlebensfähig wurde schon bei dessen Einführung durch die Tatsachen ad absurdum geführt.
Der in Teilen geradezu humorvolle arte-Film bleibt stecken in angeblichen National-Interessen (eine Propaganda-Story von Schäuble & Co.), angeblichen EU-Interessen (noch so ein Märchen aus derselben Ecke) – und erstaunlich „sorglosen“ Investoren: Banken, Fonds etc. Deren Sorglosigkeit gründet sich ganz offenbar auf das Herrschaftswissen, dass die Komplizen in der Politik sie so lange heraushauen werden, bis alles zusammenkracht – unter freundlicher Mitwirkung der erfolgreich „vergatterten“ Medien.
Ja, die Medien. Wie kommt es bloß, dass sie alle so ungeheuerlich positiv gestimmt waren, als es um die Einführung des Euro ging? Gab es da auch schon solche Komplizenschaften? Nein, liebe Leser, da gab es viel mehr. Hier nur ein Beispiel, für das der Autor einen voll eingeweihten „System-Zeugen“ persönlich kennen lernen durfte: In Österreich wurden im Vorlauf zur Entscheidung für den Euro-Beitritt und danach zur Währungsumstellung hunderte Millionen Euro aufgebracht, um in „verlässlichen“ Medien Beiträge zu platzieren, die von den üblichen „zuverlässigen“ – also verschwiegenen – Redakteuren geschrieben wurden, in Wahrheit jedoch vom Staat wie Anzeigen bezahlt wurden – allerdings vorschriftswidrig nicht als solche gekennzeichnet.
Dieses war eine Europa-weite Aktion – und die Mitwisser sitzen überall, schweigen jedoch, ein teures, gut bezahltes Schweigen mit schlechtestem Gewissen. Da wird noch Heulen und Zähneklappern sein, wenn die große Krise zuschlägt – und dann der Crash…
Was hatten wir denn für eine Lage des Dollar-dominierten Systems Ende der 80er Jahre? Das Nachkriegssystem von Bretton Woods schrieb unter Goldstandard feste Wechselkurse Europas vor: eine glänzende Möglichkeit für die USA, mit minderwertigen Dollars jahrelang billig europäische Firmen aufzukaufen, praktisch der Lohn für den US-Einsatz im II. Weltkrieg. 1971, beim „Nixon-Schock“, wurde dieser Gold-Standard überraschend außer Kraft gesetzt, weil die Gier des US-Systems die wirtschaftliche Potenz überstiegen hatte. Im Hintergrund standen die hohen Kosten des Vietnamkrieges, die von den USA mit einer einfachen bewährten Methode gedeckt wurden: mit Gelddrucken, also Inflation. Das wiederum erwürgte das für US-Interessen so lukrative System der festen Wechselkurse binnen zweier Jahre. Aber die USA hatten bereits einen möglichen neuen Geldgeber gefunden: China, das dringend Exportmärkte benötigte – und bereit war, seine Exporte mit dem Ankauf von US-Staatsanleihen zu finanzieren, ebenso wie Japan. Parallel wurde der hauptsächlich wirtschaftlich und finanziell gesteuerte Ausbau der EG durchgezogen, ein seltsam flattriges Geschöpf, das zu keinem Zeitpunkt tiefgreifende Maßnahmen ergriff, um sich solide aufzustellen: mit der erwähnten geduldigen Angleichung von Lebens- und politischen Handlungsverhältnissen, wie sie nur über viele Jahrzehnte gelingen kann – wenn man sie denn wollte.
Seltsam erscheint in diesem Zusammenhang die Ansicht Hankels, der letzte solide Zustand der EU vor Euro-Einführung sei der so genannte „WKII“, der Wechselkursmechanismus II, gewesen, als die späteren Euro-Länder ihre Währungen nur noch in ganz engen Bandbreiten schwanken lassen durften. Tatsache ist doch, dass diese lachhafte „Schwankungsnummer“ eine Riesenshow war, denn nichts ist so wunderschön manipulierbar wie der Handelskurs von Währungen, denn sie basieren ausschließlich auf dem Vertrauen der Nutzer – und sind seit Aufgabe des Goldstandards nichts als bedrucktes Papier.
Gern haben die USA assistiert, ein per Definition politisch UND währungsmäßig instabiles Euro-Gebiet zu schaffen, während Großbritannien als treuer Sachwalter der US-Interessen in Europa und in gutem Schulterschluss mit Washington stets dafür sorgte, dass es auf keinen Fall echte politische Fortschritte gab.
In den End-60er Jahren bis in die 80er gingen die USA dann dazu über, mit aggressiver Politik ihren Einfluss in rohstoffreichen Ländern mit allen Mitteln auszubauen: Gaddhafi-Machtergreifung 1969, Saddam 1979, Irak-Iran-Krieg 80-88, Afghanistan 1979-1988! Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begann sofort die Politik des „Encroachments“, der schrittweisen Einkesselung Russlands. Stets ging es auch darum, die Dollar-Herrschaftsgebiete weltweit möglichst zu vergrößern. Und dann diese obskure Hosenknopf-Währung praktisch unkontrolliert überallhin zu pumpen, zuletzt in absurder Höhe**, um durch nachfolgende Entwertung die schrecklichen Löcher in Leistungsbilanz und Haushalt („Doppeldefizit“) zu stopfen.
Wie früher und bis heute Anleger bestohlen werden, können zum Beispiel die geradezu wahnsinnigen Börsengänge von Telekom (1996) über Infineon (2000) und Facebook (2012) gut belegen.
Es wird vieler Forschung und zäher Kleinarbeit bedürfen, um in Buchform zu belegen, was jetzt langsam durchscheint: Das klamme und überspekulierte Finanzsystem, das mit immer höheren Summen immer verzweifelter zockt, um offene Positionen abzudecken UND überzogene und weiter wachsende Rendite-Hoffnungen bonussüchtiger Manager zu befriedigen, die notfalls auch Milliardenverluste und strafbare Machenschaften riskieren, um ganz groß herauszukommen: dieses Finanzsystem ist auf der Suche nach einem richtig großen Coup in Europa fündig geworden. Mit Hilfe eines Systems willfähriger und abhängiger politischer Marionetten, abgesichert durch quasi-gleichgeschaltete Medien, ist es gelungen, Europas Völker in eine Finanzfalle zu locken, in der als einziger Ausweg vorgegaukelt wird, man solle ständig noch viel mehr sauer erarbeitete Steuer-Milliarden und draufgesattelte Anleihen aus dem europäischen Fenster treten, um Zocker zu sanieren, die ohnehin nicht zu retten sind.
Dieses Fazit erscheint so haarsträubend, dass es verdient, kurz auf den Punkt gebracht zu werden: Der Euro war nie anders geplant als gleichsam als Verschiebebahnhof eines Finanzhai-Komplotts gegen die Bevölkerungen der teilnehmenden Länder – unter lange kultivierter Mitwirkung der gesamten (korrupten) politischen Elite und des ihr dienenden Medienkartells.
Achten wir einmal darauf, dass zurzeit eine Atempause an den Finanzplätzen herrscht, die exakt so lange anhalten wird, bis der größte Geldsack eine neue Regierung gewählt hat: Deutschland. Gleich auf vier Wegen verlässt das Geld inzwischen unkontrolliert schleichend die vermögenden Euro-Völker wie Deutschland: ESM mit Stützungsrahmen ist vielleicht noch zurzeit am klarsten geregelt – jedoch das Äquivalent einer Machtergreifung: Schäuble und alle anderen Euro-Finanzminister als Mitglieder des ESM-Direktoriums stehen außerhalb von Recht und Gesetz. Wenn sie in den Räumen ihres schönen Luxemburger Gebäudes ein Zimmerchen einrichten wollten, um kleine Kinder zu vergewaltigen – niemand könnte sie daran hindern. Das klingt nur wie ein schlechter Scherz: Kinderschänder und Zuhälter Dutroux wirkte nahe Brüssel und genoss höchste Protektion, seine Frau bis heute. Wer denkt sich so etwas aus? Kranke und hoch korrupte Gehirne mit hoch kriminellen Neigungen.
Als nächstes die EZB: Sie darf alle Schrottpapiere ungehemmt einkaufen – und tut es auch. Die deutsche Bundesbank hat bis jetzt über den sogenannten T2-Mechanismus etwa 700 Milliarden Euro an marode europäische Partner-Zentralbanken ausgeschüttet. Und nicht zuletzt der IWF: in einer spektakulären Kehrtwende erklärten führende Mitarbeiter plötzlich, ihre Sparpolitik sei nach einem Rechenfehler zu rigoros gewesen, jetzt gehe es deshalb darum, etwas lockerzulassen, um Schuldnerländer nicht „kaputtzusparen“. Was glaubt der Leser, wie schnell das nach dem 23. September in einem verlogenen Aufschrei des Entsetzens und der Entrüstung beendet werden wird?
Die Motivationslage stimmt: Wenn das Instrument der „normalen“ Inflation und das Zinseszinssystem nicht mehr genügend einbringt, dann ist das Euro-Gebiet das bislang einzige Modell, wie man Menschen ausraubt, die zu arm sind, um von der Finanzmafia als Anleger ausgeraubt werden zu können. Dieser Hyper-Raubzug gelingt über Staatsverschuldung und galoppierende Inflation zur „Euro-Stützung“.
Übrigens: Auch im Absturz kann dann wieder viel verdient werden, wenn solide große Firmen plötzlich klamm werden – und die Kurse sinken. Da kann manches Goldstück preiswert an den Börsen erobert werden – um es nach der Krise mit hohem Gewinn wieder abzustoßen. Wer wird hier immer Gewinne einfahren? Vier mafiotisch strukturierte Branchen mit globalen Riesen sind zu nennen: Zuallererst Finanzen, dann Medien, Energie, und Pharma. Eine kleine Kaste global handelnder Milliardäre, die alle wichtigen Schaltstellen bedienen können, ein kleiner Club von Hyperreichen, die sich abstimmen, ihre politischen Transmissionsriemen haben: CFR (Council on Foreign Relations, den der Autor im Beratungsauftrag persönlich 2005 besucht hat), die Trilateral Commission, Bohemien Grove etc. Und wichtig sind in diesem Zusammenhang die wirtschaftlichen Netzwerke: Bilderberg sowie diverse größere und kleinere informelle Clubs, hier kennt der Autor persönlich Zeugen von Zusammenkünften.
Zu den Milliardären zählen nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Rothschild, Rockefeller, Buffett und Gates, sondern weltweit eben auch der Mexikaner Carlos Slim, Politiker wie Putin, Nazarbajew und die meisten Diktatoren besser gestellter Staaten wie die arabischen, Chinesen drängen hinein, man erinnere sich an die Riesen-Enthüllungsstory in der NYT. Diese Figuren haben einfach überall sichere Wohnungen und persönliche Infrastruktur, ihnen ist völlig gleichgültig, wohin es sie verschlägt.
Diese sehr kleine Clique beteiligt hilfreiche Top-Manager am Erfolg, das wären dann schon diejenigen, die „Occupy“ mit „1%“ benannte. Viele von ihnen tauschen inzwischen gewohnheitsmäßig hohe Anteile ihrer Einkünfte in Gold um, sagen Mitglieder dieser Kaste und zum Beispiel Augenzeugen aus der Goldbranche. Drei, vier weitere Prozente merken schon nur noch (etwas) bessere Verdienste; und der Rest freut sich, dass er plötzlich doch noch einen Job bekam – und sei es über Leihfirmen.
Immer schneller öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich, schrumpfen die Vermögen des Mittelstandes, wachsen die Anteile derjenigen, die nichts besitzen.
Wie beschrieb CSU-Abweichler Peter Gauweiler vor Jahren schon in einem unauffindbaren Interview die Lage? Als: „vor-revolutionär“.

 

* Beitrag aus „Neue Rheinische Zeitung“ (NRhZ): Online-Flyer Nr. 396  vom 06.03.2013http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18811&css=print

**unbedingt anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=hjHA0PLL1p0 Den republikanischen Abgeordneten, Alan Grayson, der nach diesem öffentlichen „Stunt“ natürlich politisch entsorgt werden musste, durfte ich damals sprechen, stand mit seinem jungen begeisterten Team in Kontakt. FED-Chef Bernanke zittert am ganzen Körper und in der Stimme.

Interview CRH zu diesem Beitrag: http://www.youtube.com/watch?v=yuQQOAgZhXQ