ARGENTINIEN: wieder stärker im Würgegriff der USA – Präsidentin Kirchner wehrt sich

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Es ist ja nicht so, dass man sagen könnte, dieser freundlich überzeugende demokratische Griff an den argentinischen Hals habe je eine Pause eingelegt. Es ist nur zu unterscheiden zwischen Zeiten sehr festen Zudrückens – und Zeiten, in denen einfach nur zugedrückt wurde.
Aber es gibt auch Frauen, die den Männern zeigen können, wo der Hammer hängt. Und Frau de Kirchner, die schon ihren Mann früher als nötig verlieren musste, auch weil der Regierungsstress ihn aufgefressen hat, fühlt sich jetzt so richtig frei, öffentlich zurückzutreten.
Argentinien wehrt sich gegen die US-Weltmacht und die von dort beherrschten Institutionen. Das heißt nicht, dass alles immer richtig oder ratsam ist, was Buenos Aires tut oder lässt – doch es ist kein schlechter oder gar mieser Kampf.
Argentinien zeigt wie kaum ein anderes Land, wie sehr Weltbank und Weltwährungsfonds zu misstrauen ist, dass Regierungen, die sich auf diese Institutionen verlassen oder sich auch nur mit ihnen einlassen, ihr Land verraten und verkaufen, wie sehr private Banken und Hedgefonds außer Rand und Band geraten und verheerend wirken können, wenn die Politik ihnen nicht ebenso enge wie klare Grenzen setzt – und dass wir drei Dinge ändern müssen: neutrale Weltleitwährung mit neutralem und fairem Management neutraler Weltorganisationen, ein neues Finanzsystem ohne Zinsen/Zinseszinsen samt Trennbanken ohne private Geldschöpfung und schließlich in jedem Land neutrale Zentralbank-Institutionen, die nicht unter politischer sondern unter öffentlicher Aufsicht stehen und ausschließlich dem Wohl des Landes und seiner Menschen verpflichtet sind.
Einstweilen drücken wir der tatkräftigen Frau de Kirchner und Argentinien die Daumen. Die Bedeutung dieses Kampfes geht weit über Argentinien hinaus – ist eine weltweit grundlegende Anstrengung.

Foto: © RIA Novosti. Sergei Guneev